Vater und Tochter als starkes Duo

2010-07-01 13:00 von Moni (0 Kommentare)

Nach den Weltcup-Turnieren in Nanking, Sydney, Montreal und Havanna ist ein Hauptteil der Fechtsaison vorüber. Wie sind Sie mit Ihren Platzierungen zufrieden?

Monika Sozanska: Am Anfang war ich selbst gespannt, wie dieses Jahr verläuft. Nach meinem BA-Studium bin ich ja nun Soldatin bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr und habe damit gute Trainingsbedingungen. Mit dem tollen Start beim Weltcup in Budapest war das nötige Selbstvertrauen für diese erfolgreiche Saison von Beginn an da.

Piotr Sozanski: Wir haben unser Augenmerk auf die Qualifikation für EM und WM gesetzt, und das hat Moni sicher und gut umgesetzt. Nach dem tollen Saisonauftakt haben wir uns dann die Weltrangliste vorgeknöpft und versucht, unter die Top 16 zu kommen, damit Monika als gesetzte Fechterin den nervenaufreibenden Vorrundenkämpfen am ersten Wettkampftag aus dem Wege geht. Drei Plätze auf dem Podest und zwei weitere Platzierungen unter den weltbesten 16 Degenfechterinnen zeigen, dass sie die Chance genutzt und eine tolle Weltcup-Saison hingelegt hat.

Wie bewerten Sie die langen Reisen und den engen Turnierkalender am Ende der Saison?

Piotr Sozanski: Den Kalender macht der internationale Fechtverband FIE, darauf haben wir keinen Einfluss. Am Start freut man sich und am Ende ist man ehrlich gesagt auch froh, wenn der Stress vorbei ist.

Monika Sozanska: Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt und bin wohl ein Reisetyp. Für eine junge Sportlerin hat es zweifelsohne auch seinen Reiz, auf der ganzen Welt Reunde aus dem Sport zu haben. Von daher merke ich eigentlich immer erst die Anstrengungen, wenn ich wieder zu Hause bin.

Welchen Stellenwert haben die Mannschaftswettbewerbe bei den Grand Prix-Turnieren?

Monika Sozanska: Ich fechte immer gerne mit der deutschen Nationalmannschaft, auch wenn es ein ganz anderes Fechten als im Einzel ist. Nachdem wir ja in China eine kalte Dusche (Anm.: Platz 13) bekommen haben, wollten wir den anderen Nationen unbedingt zeigen, dass sie mit uns rechnen müssen. Von daher war der Sieg in Montreal enorm wichtig, denn da haben wir es allen nachmals richtig gezeigt.

Piotr Sozanski: Der Teamwettbewerb hat eine hohe Bedeutung, vor allem, weil in der nächsten Saison die Voraussetzungen für die Olympiateilnahme sein wird. Dass wir einmal nur 13., dann aber auch Erster geworden sind, passt ins Bild, denn alle Nationen hat es in diesem Jahr irgendwann mit einem schlechten Ergebnis erwischt. Das Niveau ist extrem stark und ausgeglichen. Von den 12-16 weltbesten Teams kann jeder jeden schlagen.

Nach den attraktiven Weltcup-turnieren geht es immer wieder zurück in den alltäglichen Trainingsbetrieb. Wie geht man damit um?

Piotr Sozanski: Für mich geht dann der Blick eigentlich immer sofort nach vorne. Jetzt steht die EM an, und da haben wir jede Menge Trainingseinheiten nachzuholen, was durch die langen Reisen eben nicht so möglich war.

Monika Sozanska: Früher stand ich viel länger unter dem Eindruck von Weltcup-Turnieren oder anderer bedeutender Wettbewerbe. Heute komme ich nach hause und weiß, was ich zu tun habe.

Sind sich Vater und Tochter in der Konstellation als Trainer und Athletin denn immer einig, was zu tun ist?

Piotr Sozanski: Wir diskutieren schon, wo die Prioritäten liegen. Ich sehe das nicht hierarchisch, sondern partnerschaftlich und da muss man eben auch mal einen Kompromiss finden, wenn die Einschätzungen zu weit auseinander liegen. Moni ist noch jung, aber mittlerweile schon eine erfahrene Fechterin, die alles tut, um noch besser zu werden. Sie ist eher zierlich und da müssen wir uns schon was einfallen lassen, damit sie gegen die meist viel größeren Kontrahentinnen bestehen kann.

Sind Sie sich in der Bewertung des bisherigen Saisonverlaufs auch einig?

Piotr Sozanski: Moni hat bestätigt, wie gut sie als Fechterin ist. In der Weltrangliste nimmt sie Platz 14 ein, was beweist, dass sie auch unter Druck vorne mitfechten kann. Als Tochter des Bundestrainers darf sie keine Vergünstigungen erwarten, da sie besonders intensiv beobachtet wird. Bei jedem Weltcup tummeln sich zahlreiche Spitzenfechterinnen und auch dahinter wollen viele den Durchbruch schaffen. Wir werden also auch weiterhin sehr hart arbeiten.

Monika Sozanska: Für mich war die Saison bislang zufriedenstellend. Wenn ich auf dem Podest stehe, dann macht mich das glücklich. Ich sehe meine Entwicklung positiv und habe noch einige Ziele vor mir. In Budapest hat zum Beispiel nur ein Treffer zum Sieg gefehlt, da wäre ich gerne ganz oben gestanden,

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